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Mal kurz über Bayern München nachgedacht…

Die 12-Punkte-Challenge

Haifa hin, Juve her: Die Champions League wird Bayern München in diesem Jahr sicher nicht gewinnen. Umso wichtiger, dass sich die Mannschaft über die Bundesliga auch wieder für die Champions League 2010/11 qualifiziert.

Der Grundstein dazu sollte jetzt gelegt werden, jetzt besteht die große Chance auf einen Vier-Spiele-Run, jetzt könnten und sollten tatsächlich vier Bundesligaspiele am Stück gewonnen werden. Warum?

Das Restprogramm von Bayern München bis Weihnachten sieht so aus:

Hannover (A), Mönchengladbach (H), Bochum (A), Berlin (H)

Demgegenüber stehen in den vier restlichen Spieltagen der Hinrunde bis zum 20.12.2009 immerhin noch vier direkte Duelle zwischen den Top-7-Teams im Bundesliga-Kalender. Zu den Top-7-Teams der Liga sind im Übrigen momentan die acht Erstplatzierten der Tabelle minus Mainz 05 zu zählen, also Leverkusen, Bremen, Schalke, Hoffenheim, Hamburg, Bayern und Wolfsburg.

Die vier direkten Duelle:

Bremen vs. Wolfsburg (14. Spieltag), Hamburg vs. Hoffenheim (15. Spieltag), Bremen vs. Schalke (16. Spieltag), Hamburg vs. Bremen (17. Spieltag). Auffällig: das äußerst schwere Resthinrunden-Programm von Werder Bremen.

Bayer Leverkusen wiederum hat gute Aussichten, auf dem Tabellenthron zu überweihnachten. Die vier Bayer-Spiele bis zum Fest:

Stuttgart (H), Hannover (A), Berlin (A), Mönchengladbach (H). Machbar.

Werder Bremen Lichtjahre zurück

Gestern veröffentlicht: die Jahresbilanz der Werder Bremen GmbH & Co. KG aA. Mit 120,7 Mio. Euro erzielten die Hanseaten im fünften Jahr in Folge einen Rekordumsatz. Das ist schön für Werder. Das ist im weitesten Sinne auch schön für die Bundesliga.

Das ist aber auch schön für Bayern München, denn die Zahlen verdeutlichen, wie groß der wirtschaftliche Vorsprung des FCB auf Werder, einen absoluten Topklub (und den möglichen Deutschen Meister 2009/10 ???), bereits ist. Denn schon im Geschäftsjahr 2007/08 landete die FC Bayern München AG bei einem Umsatz von 286,8 Mio. Euro.

Und die Prognose, dass der bajuwarische Umsatz im letzten Geschäftsjahr erneut gestiegen ist und evtl. erstmals gar die 300-Mio-Marke geknackt hat, fällt nicht allzu schwer. Allmählich dürfte er sich damit dem Dreifachen des Werder-Umsatzes annähern.

Vorerst aber: Schluss mit Spekulationen, Warten auf die Jahreshauptversammlung. Die findet am Freitag (27. November) statt.

Acht Bayern für Südafrika

Drin: Franck Ribéry. Draußen: Anatoliy Tymoshchuk. Nach den gestrigen Ergebnissen in der WM-Qualifikation kann der FC Bayern damit rechnen, im Sommer 2010 von mindestens acht Kickern in Südafrika repräsentiert zu werden.

Sicher dabei, Verletzungsfreiheit vorausgesetzt:

Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Miroslav Klose, Mario Gomez (Deutschland), Franck Ribéry (Frankreich), Martin Demichelis (Argentinien), Mark van Bommel, Arjen Robben (Niederlande)

Berechtigte Hoffnungen:

Thomas Müller (D), Luca Toni (Italien)

Außenseiterchancen:

Holger Badstuber (D), Edson Braafheid (NL)

Im Urlaub:

Danijel Pranjic, Ivica Olic (Kroatien), Anatoliy Tymoshchuk (Ukraine), Daniel van Buyten (Belgien), Hamit Altintop (Türkei), Breno (Brasilien), der Rest

Positiv: Bayern München wird bei der WM 2010 in Südafrika von Spielern repräsentiert, die für die besten Nationalmannschaften der Welt auflaufen, für Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Argentinien. Mit Luca Toni käme ein italienischer Titelverteidiger hinzu. Und wäre Lucio noch in München, würde der FCB zudem einen Brasilianer ins Rennen schicken.

Im Maximalfall stellt der FCB im kommenden Sommer zwölf WM-Akteure. Diese Spieler bringen dem Verein einen enormen Imagegewinn, steigern unter Umständen auch ihren persönlichen Marktwert erheblich. In diesem Zusammenhang besonders interessant: Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Beide haben einen Vertrag bis 2012, beide könnten nach einer guten WM im Sommer 2010 gewinnbringend veräußert worden. Nicht, dass dies unbedingt angebracht wäre. Aber vor allem Lahm steht einem Wechsel ins Ausland grundsätzlich wohlwollend gegenüber. Wenn er wechselt, dann am besten nach einer tollen WM zu einem ebenso tollen Preis.

Negativ: Kroatien, Türkei, Ukraine - drei international überdurchschnittliche Teams, die sich nicht qualifiziert haben und deren Bayern-Kicker nun nicht zum Prestigegewinn des Klubs im südlichen Afrika werden beitragen können. Trotzdem: Bayern München ist gut für die WM aufgestellt - und könnte von allen Bundesligisten die meisten Teilnehmer ans Kap entsenden.

Kein Augenthaler in Sicht

Ja, noch nicht einmal ein Hansi Pflügler oder ein Roland Grahammer. Soll heißen: Die Bayern-Defensive wackelt und wankt in dieser Saison, stümpert und stolpert vor sich hin.

Zur Bayern-Defensive zählt auch Martin Demichelis. In der letzten Saison schon von der Rolle, in dieser lange verletzt - und schon wieder von der Rolle. Eindrucksvoller Beweis: sein bedenklicher Auftritt im Länderspiel gegen Spanien am Wochenende. Hier die Höhepunkte des Spiels:

RIP Robert

Verspäteter Nachruf: Robert Enke ist nicht mehr da, das ist traurig und unbegreiflich.

Eine One-Team-Show namens Bundesliga

Wie gut, dass die Bundesliga die Bundesliga und nicht die Primera Division ist. Und wie gut, dass Bayern München Bayern München und nicht der FC Barcelona ist. Denn wäre die Bundesliga die Primera Division und Bayern München der FC Barcelona - dann wäre Real Madrid schon längst uneinholbar an der Tabellenspitze entrückt.

So aber bleibt eines beim Alten: die Bundesliga ist eine Zweiklassengesellschaft mit einem alles beherrschenden Dominator an der Spitze. Da ein zweites, drittes oder gar viertes Über-Team fehlt (im Gegensatz zur spanischen, englischen und italienischen Liga), ist die Deutsche Meisterschaft weiterhin völlig offen - und auch für Dominator Bayern München noch machbar. Trotz aller Querelen, Verletzungen, Defizite, Missverständnisse, Versäumnisse, Unzulänglichkeiten, die diesen Dominator derzeit umgeben. Dank auch an den HSV und Bremen für gestrige Ergebnisse

Ändert aber alles nichts daran, dass sich der FC Bayern München in den FC Hollywood zurückverwandelt hat. Philipp Lahm lässt grüßen. Bemerkenswert an seinem Interview mit der Süddeutschen Zeitung übrigens auch der Hinweis, dass “viele Spieler noch so eine Mischung aus Angst und Respekt” vor Louis van Gaal hätten. “Es war ein turbulentes Wochenende für micht”, schreibt Phillip heute in seinem Facebook-Account. Alles Weitere wurde dann klubintern beredet - und der Streit anscheinend beigelegt.

Ob und wie das Bayern-Chaos weitergeht, wird letztlich die Meisterfrage entscheidend beeinflussen. Sollte die Schale verpasst werden, würde der Meister erstmals seit Mitte der Neunziger Jahre zweimal hintereinander NICHT Bayern München heißen. Schockierend. 1995 und 1996 holte Borussia Dortmund den Titel, seitdem konterte der FCB jeden Fehlgriff mit einer Meisterschaft in der Folgesaison.

Noch ärger die Meisterabfolge aber Anfang der 90er: 1991: 1. Kaiserslautern, 1992: VfB Stuttgart, 1993: Werder Bremen. 1994 holte Bayern den Pott und somit damals nur ein einziges Mal in sechs Jahren. Never again!

Bayerns Titelchancen steigen

Tatsache: Durch das desaströse Auftreten gegen Girondins Bordeaux hat der FC Bayern die nächste Tür Richtung Titelgewinn aufgestoßen.

Erst meinte es Glücksgöttin Linda Bresonik gut mit dem FCB und ebnete den Weg nach Berlin ein. Jetzt darf Bayern zu allem Überfluss auch noch auf den Gewinn der Europa League (vorher: UEFA-Cup) hoffen.

Denn höchstwahrscheinlich beenden die Bayern die CL-Gruppenphase als Dritter, ziehen damit im UEFA-Cup-Nachfolgewettbewerb direkt in die Runde der letzten 32 ein - und treffen dort auf allenfalls durchschnittliche Gegner. Die namhaftesten Vertreter: FC Valencia, Lazio Rom, FC Everton, Werder Bremen und der Hamburger SV. Keine Alphatiere also.

Nur auf einen sollte der FCB ein wachsames Auge richten: Aus der Champions League rutscht wohl auch der FC Liverpool in die Europa League runter - und wäre dann der größte Konkurrent von Bayern München.

Danke Louis!

Nein, Louis van Gaal sollte nicht entlassen werden. Ja, Louis van Gaal sollte Trainer des FC Bayern München bleiben. Ja, Louis van Gaal sollte auch weiterhin Zeit eingeräumt werden, um diese Mannschaft zu formen, wie man immer so schön sagt.

Trotzdem gilt natürlich: Die Leistungen in der Saison 2009/10 sind unter Louis van Gaal gänzlich unbefriedigend. Die Vorstellungen gegen Girondins Bordeaux, das neue Bayern-Schreckgespenst, waren sowohl im Hin- als auch im Rückspiel indiskutabel.

Was mindestens genauso schlimm ist: die maßlose Arroganz von Louis van Gaal. Allmählich wird es Zeit, dass er sein Können, seine Kompetenz, seine Fähigkeiten als Trainer tatsächlich unter Beweis stellt. Sonst muss irgendwann die Frage erlaubt sein: Ist van Gaal wirklich ein guter Trainer? Der schönste Lebenslauf ist nämlich nichts wert, wenn die Leistung nicht stimmt. Dieses Prinzip wendet van Gaal schließlich auch bei seinen Spielern an.

Das Vorbild heißt: Felix Magath. Der hat ebenfalls einen neuen Arbeitsplatz angetreten, auf Schalke, findet dort ebenfalls ein äußerst schwieriges Arbeitsumfeld vor, wie van Gaal - hat aber auf Anhieb Erfolg. Wie ist das zu erklären?

Lieber Louis, weniger sarkastische Sprüche, weniger anmaßende Äußerungen, weniger abfällige Gesten! Und mehr Leistung, mehr Tore, bessere Ergebnisse! Bald.

DFB-Pokal: Wohl kein Live-Spiel gegen Fürth

Liebe Linda, vielen Dank für die freundliche Unterstützung! Herzliche Grüße, Dein FC Bayern München. P.S.: Hättest du nicht Lust, für uns zu spielen?

Ein solches Dankeschöntelegramm an die Adresse von Linda Bresonik wäre in der Tat angebracht.  Die Fußball-Nationalspielerin hatte gestern die ehrenvolle Aufgabe, im Rahmen der ARD Sportschau die Viertelfinal-Paarungen des DFB-Pokals aus der formschönen Lostrommel zu fischen. Und die Linda machte das sehr gut. So gut, dass sich die Titelchancen des FCB auf den Pokalpott noch mal um einige Prozentpunkte erhöht haben. Würde sagen, sie liegen jetzt bei mindestens 50 Prozent.

Offen bleibt folgende Frage: Welche beiden Viertelfinals werden live im öffentlich-rechtlichen TV übertragen? Ist ja nicht ganz uninteressant, hier geht es immerhin um Extra-Euros für die Vereine und um Live-Vergnügen für die Fans.

Prognose:

Augsburg vs. Köln: 1 % Übertragungswahrscheinlichkeit (Grund: uninteressanter Zweitligist gegen schwächlichen Noch-Erstligisten generiert kaum Interesse)

Osnabrück vs. Schalke: 60 % Übertragungswahrscheinlichkeit (Typische Pokal-Konstellation David gegen Goliath attraktiv, Schalke zudem Publikumsmagnet)

Bayern vs. Greuther Fürth: 40 % Übertragunswahrscheinlichkeit (Bayern zieht zwar Zuschauer wie kein anderer Klub, Konstellation birgt aber zu wenig Spannung)

Bremen vs. Hoffenheim: 99 % Übertragungswahrscheinlichkeit (Top-Duell zwischen zwei Top-Bundesligisten, Übertragung daher unvermeidbar)

Das Löwen-Dilemma

Nichts als Ärger mit den Löwen! Jetzt klaut der klamme TSV 1860 München den Bayern auch noch bares Geld durch eine unzureichende Stadionbewirtschaftung. Sagt zumindest Ui Hoeneß der Münchner tz und droht sogleich eine Klage an.

Das Dilemma: Aus wirtschaftlichen Gründen müsste man diesem maroden Verein den Aufstieg wünschen. Das würde auch den FC Bayern mitsamt teurer Allianz Arena auf den Schultern entlasten. Andererseits - nee, doch lieber nicht. Geld ist schließlich nicht alles…