WAS ERLAUBEN.DE

Mal kurz über Bayern München nachgedacht…

Popstar Uli Hoeneß

Uli Hoeneß mokiert sich ja gern und häufig über den Heldenkult heutiger Prägung. Darüber, dass sich Spieler wie Schweinsteiger und Podolski als Popstars gerieren - indem sie sich wilde Frisuren zulegen, in jedes Mikrofon hineinrennen und Werbespots in Südafrika drehen - und dementsprechend weniger Zeit in ihren eigentlichen Beruf investieren.

Die Nutzbarmachung der Medien durch Spieler und Trainer ist dem frischgebackenen Bayern-Präses ein stacheliger Dorn im Auge. Jüngstes Beispiel: das Interview der FAZ mit Ex-Coach Klinsi. Uli dazu: “Er hat sich wieder einmal von seinen Leuten einen Journalisten aussuchen lassen, der Gefälligkeitsinterviews macht.”

Jetzt endlich hat sich der Maestro selbst ein Beispiel an der jüngeren Generation genommen. Sene Gefälligkeitsjournalisten heißen: Nick Golüke und Uli Köhler. Das Sportschau-Duo hat Uli Hoeneß zu Hause besucht, interviewt, herrlich festgehalten, wie er majestätisch und gedankenverloren um den Tegernsee wandelt, schlaue Sätze sagt, Anekdoten aus seiner Kindheit hervorkramt. Um es auf den Punkt zu bringen: Golüke und Köhler haben ein einziges Loblied auf Hoeneß angestimmt. Gefälligkeitsjournalismus eben. Wer das 45-minütige Sportschau-Spektakel am vergangenen Samstag in der ARD gesehen hat, kann dies bestätigen.

Andererseits: Wenn es einer verdient hat, dann Uli Hoeneß.

Alte Dame kicker ruht

Ach ja, mit dem Printjournalismus geht es allmählich wirklich zu Ende: Deutschlands Fußballblatt alter Schule, der kicker, war heute in NRW nur sehr schwer bis gar nicht am Kiosk zu kaufen (zumindest nicht in Düsseldorf und Oberhausen). 1:0 für das Schneechaos. Und 1:0 fürs Internet.

Den kicker-Abonnenten dürfte es mutmaßlich nicht besser ergangen sein. Jetzt ist der kicker so old school, dass er zu seinen Vertriebsschwierigkeiten (die ja heute durchaus verständlich sind) kein Wort verliert. Zumindest ist auf der Homepage nirgendwo etwas zu finden, auch in den diversen Twitter-Accounts (zu viele!) nicht.

Warum eigentlich nicht? Das könnte aus PR-Perspektive durchaus besser gelöst werden. Nach dem Motto: “Wir bemühen uns, die Lieferschwierigkeiten schnellstmöglich in den Griff zu bekommen und hoffen, dass die Montagsausgabe des kicker spätestens morgen Vormittag an Ihrem Kiosk liegt.” Dieser Hinweis auf der Homepage würde doch schon reichen. Noch besser wäre es freilich, die Ausgabe per E-Reader ausnahmsweise allen frei zugänglich zu machen.

Aber anscheinend ist Hertha BSC Berlin im deutschen Fußballbusiness nicht die einzige alte, verknöcherte Dame…

Traumlos perfekt!

Bayern München gegen AC Florenz - das war genau die Paarung, die aus dem Lostopf emporkriechen sollte. Ganz vorzüglich. Die Chancen des FCB aufs Weiterkommen dürften damit bei über 60 Prozent liegen.

In der Serie A liegt die Fiorentina derzeit nur auf Rang neun, die bekanntesten Spieler sind wohl Keeper Sebastien Frey (an dem der FC  Bayern schon diverse Male Interesse hatte), Riccardo Montolivo (italienischer Nationalspieler mit deutscher Mutter) sowie die Stürmer Adrian Mutu und Alberto Gilardino.

Nicht schlecht, aber keineswegs vergleichbar mit Teams wie Barca, ManU, Real oder Chelsea. Die wurden glücklicherweise anderen Gruppenzweiten zugelost und müssen sich jetzt kräftig strecken, um das Viertelfinale zu erreichen. Zumindest ManU (gegen AC Milan), Real Madrid (gegen Lyon) und Chelsea (gegen Inter), Barca hat ja mit dem VfB Stuttgart alles andere als ein Hammerlos erwischt. Chancen des VfB aufs Weiterkommen: maximal 5 Prozent.

Viertelfinal-Wunschgegner für Bayern aus sportlicher Sicht: der Sieger der Partie ZSKA Moskau vs. FC Sevilla. Ebenfalls wünschenswert: eine Revanche gegen Girondins Bordeaux. Die Franzosen dürften nämlich ebenfalls in die Runde der letzten Acht einziehen. Mit Olympiakos Piräus erwischten sie als Gegner das schwächste Team aller 16 Achtelfinalisten.

Hoeneß’ taktischer Fehler

Endlich wieder da: Transfergerüchte um Franck Ribéry. Wesentlich schöner wäre es, würde der Franzose auch auf dem Spielfeld wieder Schlagzeilen produzieren. Wird vorerst nichts, der geplante Kurzauftritt gegen Hertha BSC ist auch schon wieder in Gefahr

Zu Hoeneß’ Aussagen: Der Ex-Über-Manager hat in der Sache selbstverständlich Recht. Im Sommer 2010 besteht für Bayern München die letzte Möglichkeit, durch einen Verkauf Ribérys noch einen richtig satten Millionengewinn zu erzielen. Denn dessen Vertrag endet bekanntlich 2011, dann könnte er ablösefrei von dannen ziehen.

Aber wäre es grundsätzlich nicht taktisch klüger von Hoeneß, dies öffentlich nicht derart zu betonen? Und stattdessen unmissverständlich klar zu machen, dass der Verein alles daran setzen werde, Ribéry zu halten!?  Dass er keinen Gedanken daran verschwende, dass Ribéry vorzeitig gehen könnte!? Dass Bayern München weiterhin alle Fäden in der Hand hält und Franck Ribéry seinen Vertrag auf jeden Fall erfüllen werde!? Dass Bayern München den Vertrag von Franck Ribéry darüber hinaus unbedingt verlängern will und auch werde!?

Natürlich gilt: Insgeheim muss der Verein alle Szenarien im Blick behalten und auch einen möglichen Verkauf seines Superstars einkalkulieren. So aber, indem Hoeneß ein Ausstiegsszenario öffentlich präsentiert, buddelt er Ribéry quasi ein Schlupfloch, durch das er sich hinwegstehlen kann. Ribéry weiß jetzt, dass Bayern ihn im kommenden Sommer unter bestimmten Bedingungen (nämlich unter der, dass er seinen Vertrag nicht vorzeitig verlängern sollte) ziehen lassen würde und könnte noch vehementer auf einen Transfer drängen, als er es ohnehin schon tut. Und auch die Interessenten (Real Madrid) wissen nun, dass sie finanziell nicht bis zum Äußersten gehen müssen, um Ribéry im Sommer zu bekommen.

Franck geht es ja schließlich nicht um Geld, sondern darum, die Champions League zu gewinnen. Auf einer Stufe aber sieht er “seine” (?) Bayern noch nicht mit den Großen Europas, mit Barcelona, Arsenal, Inter, sagt er. Und auch nicht mit Real Madrid

Wette wiederholen!

Herzlichen Glückwunsch, Danijel Pranjic! Zum ersten Tor als Bayer und zur gewonnen Wette. Und zu den recht ansprechenden Leistungen in den letzten Spielen. War so nicht unbedingt zu erwarten.  Frage an Ivica Olic: Gleiche Wette nochmal? Diesmal aber mit Edson Braafheid…

Wunschgegner: Florenz oder Lyon

Wer hätte das noch vor zwei Wochen für möglich gehalten? Bayern München steht im Achtelfinale der Champions League. 4:1 bei Juventus Turin. Wow und danke!

Drei Erkenntnisse aus der Juve-Gala:

1) Louis van Gaal hat seinen Job bis auf Weiteres sicher. Noch vor einigen Wochen sah es so aus, als ob in der Winterpause womöglich eine Zäsur stattfinden, ein neuer Trainer an die Säbener Straße geholt werden könnte. Jetzt nicht mehr.

Die Geduld mit van Gaal im Verein und Umfeld wächst und wächst. Denn Geduld kann sich scheinbar doch auszahlen, die letzten Ergebnisse und das gestrige Spiel bestätigen das. Ergo: Die Wahrscheinlichkeit, dass Louis van Gaal auch am Saisonende 2009/10 Trainer von Bayern München ist, liegt nun bei mindestens 80 Prozent.

2) Die Aussichten auf eine rundum schöne Weihnachtszeit beim FCB steigen. Nicht nur, dass das Restprogramm in der Bundesliga-Hinrunde sechs Punkte verspricht, jetzt hat sich auch noch eine Erfolgsserie in der Champions League hinzugesellt.

Sollte der FC Bayern seine restlichen beiden Ligaspiele gewinnen, würde er seine Siegesserie auf insgesamt sechs Spiele am Stück ausdehnen. Wäre ein durch und durch versöhnliches Jahresende.

3) Trotz allem: Bayern München wird die Champions League 2009/10 nicht gewinnen. Schon im Achtelfinale wird es knüppelhart. Als Gegner kommen nach heutigem Stand infrage: Manchester United, Real Madrid, FC Chelsea, AC Florenz, Olympique Lyon, FC Barcelona, Inter Mailand, Rubin Kasan, Dynamo Kiew, FC Sevilla, Unirea Urziceni, FC Arsenal.

Für die vermeintlichen Leichtgewichte Kasan, Urziceni und Kiew dürfte aber heute das Aus kommen. Schon jetzt ist der Wunschgegner für Bayern daher der Sieger der Gruppe E. Der wird entweder aus Florenz oder aus Lyon kommen. Und ist durchaus schlagbar.

Eine weltmeisterliche Gelddruckmaschine

Uli Hoeneß hat es kürzlich angekündigt: “Die Gehälter werden sinken”, so der neue Bayern-Präsident in der kicker-Ausgabe vom 30. November über die Einkommen der Herren Profi-Fußballer. Das wäre grundsätzlich zu begrüßen. Die andere Seite der Medaille: Je niedriger die Gehälter, desto größer die Anfälligkeit für Spielmanipulationen.

Bei Bayern München jedenfalls sinken die Gehälter bereits. Zumindest, wenn man sie in ihrer Summe zusammenrechnet. In der Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2007/08 waren auf der Ausgabenseite noch 153 Milionen Euro unter dem Posten “Personalaufwand” aufgeführt, im Geschäftsjahr 2008/09 waren es “nur” noch 139,2 Millionen Euro.

Gründe: Mit Oliver Kahn, Zé Roberto, Marcell Jansen, Willy Sagnol und Jan Schlaudraff verließen fünf hochbezahlte Kicker vor der Saison 2008/09 den Verein,  während im Wesentlichen nur Tim Borowski sowie die Leihspieler Landon Donovan und Massimo Oddo neu hinzustießen. Konsequenz: Sinkende Personalkosten. Ein Jahr zuvor hatte man unter anderem noch Franck Ribéry, Luca Toni und Miroslav Klose nach München geholt und die Personalkosten so in astronomische Höhen getrieben.

Runter und rauf, rauf und runter

Prognose: Für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 dürften die Personalkosten wieder steigen. Zwar wurden die Topverdiener Lucio und Lukas Podolski weggegeben, dazu Borowski und Oddo von der Gehaltsliste getilgt, im Gegenzug aber Ivica Olic, Arjen Robben, Anatoliy Tymoshchuk und Mario Gomez neu hinzugefügt, außerdem Danijel Pranjic und Edson Braafheid. Qualitativ und vor allem quantitativ wurde der Kader also verstärkt, mehr Kosten ans Bayern-Bein gebunden.

Wie also neue Einsparpotenziale freisetzen? Antwort: Luca Toni verkaufen. Der Weltmeister hat in seiner bisherigen Bayern-Zeit schon einiges bewegt, hat sich um den Verein durchaus verdient gemacht, quengelt aber in jüngerer Vergangenheit zu viel.

Toni provoziert und mosert, hat sich mit dem Trainer bereits überworfen, wird wohl gehen. Womöglich schon in der Winterpause. Sportlich kann der Club das auffangen: Mit Klose, Gomez, Olic und Müller stehen vier ordentliche Stürmer im Kader, dazu die beiden offensiven “Glasmänner” Ribéry und Robben, die die Doppel- und vielleicht Dreifachbelastung Bundesliga/DFB-Pokal/Champions League werden meistern können.

Ein finanzieller Segen

Und finanziell wäre der Weggang des Italieners ein Segen: Mit einem Jahressalär von geschätzten zehn Millionen Euro steht Toni an der Spitze der Pyramide - sogar bundesligaweit. Sollte er gehen, wird der Posten Personalaufwand wieder um einige Euro reduziert.

Und der FCB könnte zusätzlich sogar einen kleinen Transfererlös einstreichen. Zwei bis drei Millionen Euro sollten für einen 32-jährigen Weltklasse(?)-Stürmer durchaus noch drin sein. Der übrigens noch einen Vertrag bis 2011 hat, im Sommer also noch nicht ablösefrei wäre. Wir erinnern uns: Vor zwei Jahren hatte Bayern München elf Millionen Euro für das Matze-Knop-Double an den AC Florenz überwiesen.

Auch hier ein Blick auf die Zahlen: Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte Bayern laut Jahresabschlussbericht Einnahmen von insgesamt 33,1 Millionen Euro aus Transfers, ein Geschäftsjahr später nur noch 14,3 Mio.

Fazit: Bayern München könnte einen Verkauf von Luca Toni sportlich verkraften - und wirtschaftlich nur begrüßen. Der Anblick eines Zehn-Millionen-Euro-Stürmers, der Woche für Woche frustriert auf der Tribüne sitzt, muss ein unerträglicher Anblick für jeden Schatzmeister sein…

Die vierte Gewalt

Noch ein kleiner Schlenker zurück zum Thema Spielmanipulationen: Tröpfchenweise kommen ja die Details über mögliche “Spielabsprachen” über die Staatsanwaltschaft Bochum, über den DFB, über die Presse ans Licht. Ein demokratischer Dank gebührt allen Journalisten, die der Sache auf den Grund gehen. Oder dies zumindest versuchen.

Die Oldenburgische Volkszeitung (OV) aber gehört nicht dazu. Dabei kommt immerhin einer der Beschuldigten aus Lohne, einer Kleinstadt im Einzugsgebiet der OV. Warum also nicht mal investigativ anrecherchiert und nachgefragt? Hält dort anscheinend aber niemand für nötig.

Es soll nun aber ja niemand auf die Idee kommen, Kritik diesbezüglich zu äußern, womöglich einen entsprechenden Kommentar im Online-Portal (wenn man es denn so nennen mag) der OV zu hinterlassen. Kritische Kommentare werden dort nämlich kommentarlos gelöscht.

Das beste aller Lose

Spannung vor der WM-Auslosung in Kapstadt, auch für Bayerns Nationalspieler Lahm, Schweinsteiger, Gomez und Klose. In wenigen Stunden wissen sie, wir und die ganze Welt, auf wen die deutsche Mannschaft in der Vorrunde der Fußball-WM 2010 trifft. Welche Auslosung wäre aus DFB-Sicht günstig?

Optimal:

Deutschland, Nordkorea, Uruguay, Slowenien

Auch gut:

Deutschland, Honduras, Algerien, Slowakei

Weniger gut:

Deutschland, USA, Chile, Portugal

Todesgruppe:

Deutschland, Mexiko, Elfenbeinküste, Frankreich

Insgesamt acht bis zwölf Spieler von Bayern München werden im Sommer in Südafrika mitkicken. Verletzungen und Transfers können diese Zahl natürlich noch nach oben oder nach unten korrigieren.

In der Vorrunde werden sich die Münchner aber nur im Ausnahmefall begegnen. Denn die Kugeln ihrer Nationalteams (neben Deutschland noch Niederlande, Argentinien, Italien, Frankreich) befinden sich heute fast ausnahmslos in Lostopf 1. Die große Ausnahme: Frankreich, das in Topf 4 steckt.

Deshalb schon in der Gruppenphase vorstellbar: Frankreich vs. Deutschland, Franck Ribéry gegen Schweinsteiger und Gomez. Ebenfalls nett und reizvoll: Frankreich vs. Niederlande, Ribéry gegen Robben. Abwarten.

Top, die Wette gilt!

Frohe Weihnachten, liebe Familie Olic! Für die drei Olic-Kids dürfte es viele hübsche Geschenke regnen - die Weihnachtsmann Danijel Pranjic höchstpersönlich vorbeibringt.

Hintergrund: Der Kroate hat mit seinem Landsmann Ivica gewettet. Schießt Pranjic auch in den verbleibenden vier Pflichtspielen bis Weihnachten kein Tor, muss er das Weihnachtsfest der Olics durch seine persönliche Anwesenheit und materielle Gaben bereichern.

Zwei Fragen drängen sich in diesem Zusammenhang auf:

1) Warum konzentriert sich Pranjic nicht lieber darauf, insgesamt bessere Leistungen abzuliefern, anstatt alberne Wetten um ein möglicherweise belangloses Tor abzuschließen? Merke: Wer viermal schlecht spielen und dabei einmal das 4:0 in der Nachspielzeit erzielen würde, hätte nichts richtig gemacht.

2) Warum sind Pranjic und Olic so unsensibel? Zwei Kroaten (Stichwort: Ante Sapina), die inmitten des vielleicht größten Wettskandals der deutschen Fußball-Geschichte eine sportliche Wette abschließen. Muss das sein?

Schon beantwortet ist hingegen die Frage, warum Pranjic von Olic seinerseits nicht auch einen Wetteinsatz einfordert. Natürlich, er “will auch sich selbst bescheren”, wie die Bayern-Homepage weiß. Insgeheim aber weiß er wohl selbst zu gut, dass er die Wette verlieren wird. Ob er die Geschenke schon bestellt hat?

Kroos: Richtige Entscheidung!

Karl-Heinz Rummenigge hat es angekündigt: Toni Kroos kehrt nach der laufenden Saison zum FC Bayern München zurück. Sehr schön und sehr richtig. Warum?

Weil…

…sich Toni Kroos bei Bayer Leverkusen mittlerweile zu einem Leistungsträger entwickelt hat, in dieser Saison 14 Bundesligaspiele bestritten, drei Tore erzielt und vier Assists gegeben, seine Klasse also schon auf höchstem Niveau nachgewiesen hat. Kicker-Durchschnittsnote bislang: 3,0. Sehr ordentlich. Bayer Leverkusen ist Bundesliga-Tabellenführer - und Toni Kroos hat daran einen beträchtlichen Anteil.

…Bayern München spielerisch und technisch starke Akteure fehlen. Dies gilt umso mehr, wenn Robbery nicht auf dem Platz steht. Und die Gefahr spielerischer Armut erhöht sich angesichts der realistischen Einschätzung, die Ribéry nach 2009/10 das Weite suchen sieht, dramatisch.

…Kroos genau die Lücke im Mittelfeld ausfüllen kann, die derzeit unausfüllbar scheint. Denn durch die Mitte geht beim FCB momentan wenig; hier fehlt jemand, der mal einen tiefen Pass spielt, herzhaft abzieht, kombinationssicher ist, den Ball auf engstem Raum gut kontrolliert, dem Spiel eine Kontur verleiht. Das alles kann Kroos.

…Bayern einen Standardspezi gut gebrauchen kann. Ecken und Freistöße von Holger Badstuber sind zwar überraschend brauchbar. Dass aber ausgerechnet ein grünschnabeliger Abwehrspieler einen Großteil der Standards ausführt, ist bezeichnend.

…die derzeitige Konstellation absurd anmutet. Alexander Baumjohann spielt bei Bayern München. Toni Kroos spielt bei Bayer Leverkusen. Bei allem Respekt vor dem durchaus talentierten Baumjohann, aber: Was stimmt hier nicht?

…bei Bayern München die besten deutschen Spieler spielen sollten. Schon aus Prinzip. Und Kroos zählt mittlerweile dazu.

…Jupp Heynckes überhaupt gar nichts dagegen tun kann. Und man den Spieler im Übrigen auch nicht fragen muss, ob er denn bittebittebitte eventuell gedenken möge zurückzukommen. Wenn Bayern München sagt, dass Toni Kroos zurückkommt, dann kommt Toni Kroos zurück. Toni Kroos hat einen Vertrag bei Bayern München bis 2012. Und eine wirklich gute Perspektive.