Drei Teams haben sich nach dem 20. Spieltag abgesetzt: Bayer Leverkusen, Bayern München,Schalke 04. Vom großen Rest ist es nur dem Hamburger SV zuzutrauen, noch ganz vorne einzugreifen. Heißt also: Einer von diesen vier Vereinen wird sich am Ende der Saison 2009/10 Deutscher Meister nennen dürfen. Der einzige Überraschungsgast im Titelrennen: Bayer Leverkusen.

Alle anderen Bundesligisten sind dementsprechend raus aus dem Rennen, also auch die vormaligen Mitfavoriten Wolfsburg und Stuttgart, auch Hochkaräter wie Hoffenheim und Bremen.

Weitere Erkenntnisse aus Spieltag 20:

1) Der FC Bayern muss dringend an seiner Chancenverwertung arbeiten. Denn das Torverhältnis könnte im Rahmen des Bayer-Bayern-Duells am Ende den Ausschlag geben. Momentan hat Leverkusen ein Torverhältnis von +29, Bayern +25. Jedes weitere Tor gestern gegen Mainz wäre also sehr wertvoll gewesen.

2) Von den Top Five der Tabelle hat der FCB am nächsten Spieltag die schwierigste Aufgabe. Bayern spielt in Wolfsburg, Leverkusen in Bochum, Hamburg in Köln, Dortmund gegen Frankfurt und Schalke in Freiburg. Das pessimistisches Szenario geht so, dass der FCB am kommenden Wochenende auf Platz drei zurückfällt.

3) Trotz der ungenügenden Chancenverwertung: Die Offensive des FCB ist die statistisch zweitbeste, 42 Tore in 20 Bundesligaspielen ergeben eine Torquote von 2,1. Lediglich Leverkusen hat mit 45 Saisontreffern mehr erzielt. Auf Platz drei: Bremen und der HSV (je 37). Schalke hingegen hat bislang nur 31 Mal eingenetzt, was einerseite die unattraktive Spielart der Magath-Jungs belegt, andererseits aber auch deren Efizienz.

Die Defensive der Bayern liegt auf Platz drei, 17 Gegentore gesamt machen im Schnitt 0,85 pro Spiel. Natürlich führt Schalke diese Rangliste an (15 Gegentore), danach folgt Leverkusen (16). Schlussfolgerung: Die Bayern-Abwehr erfüllt ihre Aufgabe in dieser Saison bislang unerwartet gut. Schließlich verfügt Bayern München mit Philipp Lahm nur über einen einzigen Weltklasse-Verteidiger, welcher zudem noch auf der falschen Position eingesetzt wird.

Auch der alternde Durchschnittstorwart Jörg Butt gibt in der Realität bisher eine vorzügliche Figur ab. Grundsätzlich gilt aber: Ein Torhüter sollte niemals Elfmetererschütze Nummer eins sein. Das ist eines Top-Teams und seiner Feldspieler unwürdig. Und erzeugt womöglich sogar Gefahren in Form von direkten Gegenstößen. Besserer Elfervollstrecker: Bastian Schweinsteiger.