Uli Hoeneß mokiert sich ja gern und häufig über den Heldenkult heutiger Prägung. Darüber, dass sich Spieler wie Schweinsteiger und Podolski als Popstars gerieren - indem sie sich wilde Frisuren zulegen, in jedes Mikrofon hineinrennen und Werbespots in Südafrika drehen - und dementsprechend weniger Zeit in ihren eigentlichen Beruf investieren.

Die Nutzbarmachung der Medien durch Spieler und Trainer ist dem frischgebackenen Bayern-Präses ein stacheliger Dorn im Auge. Jüngstes Beispiel: das Interview der FAZ mit Ex-Coach Klinsi. Uli dazu: “Er hat sich wieder einmal von seinen Leuten einen Journalisten aussuchen lassen, der Gefälligkeitsinterviews macht.”

Jetzt endlich hat sich der Maestro selbst ein Beispiel an der jüngeren Generation genommen. Sene Gefälligkeitsjournalisten heißen: Nick Golüke und Uli Köhler. Das Sportschau-Duo hat Uli Hoeneß zu Hause besucht, interviewt, herrlich festgehalten, wie er majestätisch und gedankenverloren um den Tegernsee wandelt, schlaue Sätze sagt, Anekdoten aus seiner Kindheit hervorkramt. Um es auf den Punkt zu bringen: Golüke und Köhler haben ein einziges Loblied auf Hoeneß angestimmt. Gefälligkeitsjournalismus eben. Wer das 45-minütige Sportschau-Spektakel am vergangenen Samstag in der ARD gesehen hat, kann dies bestätigen.

Andererseits: Wenn es einer verdient hat, dann Uli Hoeneß.