Eine One-Team-Show namens Bundesliga
Wie gut, dass die Bundesliga die Bundesliga und nicht die Primera Division ist. Und wie gut, dass Bayern München Bayern München und nicht der FC Barcelona ist. Denn wäre die Bundesliga die Primera Division und Bayern München der FC Barcelona - dann wäre Real Madrid schon längst uneinholbar an der Tabellenspitze entrückt.
So aber bleibt eines beim Alten: die Bundesliga ist eine Zweiklassengesellschaft mit einem alles beherrschenden Dominator an der Spitze. Da ein zweites, drittes oder gar viertes Über-Team fehlt (im Gegensatz zur spanischen, englischen und italienischen Liga), ist die Deutsche Meisterschaft weiterhin völlig offen - und auch für Dominator Bayern München noch machbar. Trotz aller Querelen, Verletzungen, Defizite, Missverständnisse, Versäumnisse, Unzulänglichkeiten, die diesen Dominator derzeit umgeben. Dank auch an den HSV und Bremen für gestrige Ergebnisse…
Ändert aber alles nichts daran, dass sich der FC Bayern München in den FC Hollywood zurückverwandelt hat. Philipp Lahm lässt grüßen. Bemerkenswert an seinem Interview mit der Süddeutschen Zeitung übrigens auch der Hinweis, dass “viele Spieler noch so eine Mischung aus Angst und Respekt” vor Louis van Gaal hätten. “Es war ein turbulentes Wochenende für micht”, schreibt Phillip heute in seinem Facebook-Account. Alles Weitere wurde dann klubintern beredet - und der Streit anscheinend beigelegt.
Ob und wie das Bayern-Chaos weitergeht, wird letztlich die Meisterfrage entscheidend beeinflussen. Sollte die Schale verpasst werden, würde der Meister erstmals seit Mitte der Neunziger Jahre zweimal hintereinander NICHT Bayern München heißen. Schockierend. 1995 und 1996 holte Borussia Dortmund den Titel, seitdem konterte der FCB jeden Fehlgriff mit einer Meisterschaft in der Folgesaison.
Noch ärger die Meisterabfolge aber Anfang der 90er: 1991: 1. Kaiserslautern, 1992: VfB Stuttgart, 1993: Werder Bremen. 1994 holte Bayern den Pott und somit damals nur ein einziges Mal in sechs Jahren. Never again!

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