Reisen bildet. Das gilt auch für Reisen nach und durch Thailand. Die Menschen hier sind hilfsbereit und freundlich, tragen immer ein Lächeln auf den Lippen. Vor allem aber sind sie unglaublich heiß auf Fußball.

Sehr angenehm im Tigerstaat: das Fußballfernsehprogramm. Die empfangbaren einheimischen und ausländischen TV-Sender übertragen Live-Spiele am laufenden Meter, aus England, Italien, Spanien und sogar aus Deutschland (Bayern vs. Köln).

Bajuwarische Trikots für Thailand

Und durch ihren Alltag, der entweder sehr relaxt (ländlicher Raum) oder wahnsinnig hektisch (Bangkok) ist, bewegen sich die Thais am liebsten in Fußballtrikots. Jerseys des FC Barcelona und AC Mailand gehören zum Straßenbild. Vor allem aber bekommt der gemeine Tourist Trikots des FC Liverpool, von Manchester United, Arsenal London und des FC Chelsea zu Gesicht. Die Premier League dominiert, nein, sie beherrscht Thailand.

Aus der Heimat kann, natürlich, allein der FC Bayern einigermaßen Schritt halten. FCB-Trikots sind in Thailand durchaus in Mode. Der Rest der Buli ist es hingegen nicht. Nur ein einsames Werder-Trikot sorgte zwischenzeitlich für Verblüffung… Bayern kennt in Thailand jeder, den Rest niemand.

Angesichts der Fußball-Euphorie in Thailand (und anderen großen Märkten Asiens) ist klar: Für die Bundesliga tun sich hier enorme Chancen auf, was Umsatz-, Gewinn- und Imagesteigerung angeht. Zwar sind die Erlöse aus der Auslandsvermarktung der DFL jüngst schon deutlich gestiegen. Im Vergleich zu den Summen, die die Premier League generiert, sind sie aber weiterhin zwergenhaft.

Schub für die Buli dringend erwünscht

Potenzial für mehr ist zweifelsohne vorhanden. Voraussetzung dafür: attraktive Spiele, volle Stadien, viele Tore. Schon erfüllt. Zweite Voraussetzung: die Präsenz von Weltstars. Nur in Ansätzen erfüllt (hauptsächlich wegen Ribéry und Robben). Dritte Voraussetzung: sportliche Erfolge der Bundesliga-Klubs im Europapokal. Gänzlich unerfüllt.

Ein in der Champions League auftrumpfender FC Bayern würde helfen. Er alleine reicht aber nicht aus, die Bundesliga in der Popularitätsskala entscheidend nach vorne zu bringen. Auch die Mitstreiter Wolfsburg, Stuttgart, HSV und Werder Bremen müssen international endlich wieder erfolgreich sein und so die Bundesliga pushen. Und zwar nicht in “absehbarer Zukunft” - sondern jetzt!