In der Vergangenheit hat sich der FC Bayern München mehr als einmal als generöser Gabenbringer betätigt. Geld war und ist ja im Überfluss vorhanden - warum also um jeden Euro feilschen? So wie im Fall Stefano Celozzi.

Der junge Mann, früherer Junioren-Nationalspieler, wechselte 2005 aus Ulm nach München, entwickelte sich in den Folgejahren in der dritten Spielklasse zu einem der auffälligsten Spieler von Bayern München II. Zweifellos ein großes Talent also.

Nicht groß genug, befanden die Verantwortlichen - und schickten Celozzi hinfort. Dazu muss gesagt werden: Das Urteilsvermögen der Bayern-Spitze inklusive FCBII-Legende Hermann Gerland ist grundsätzlich über (fast) alle Zweifel erhaben und sehr vertrauenswürdig. Aber: Warum rief man für einen ehemaligen Junioren-Nationalkicker, zu dem Zeitpunkt entwicklungsfähige 19 Jahre alt, Stütze des Drittliga-Teams, lächerliche 200.000 Euro als Ablösesumme auf?

Konsequenz jedenfalls: Celozzi erkämpfte sich beim KSC in der Bundesliga auf Anhieb einen Stammplatz, weckte das Interesse des VfB Stuttgart - und wechselt jetzt für geschätzte 2,5 Millionen Euro von Baden nach Schwaben! Gestern tickerte die Transfermeldung durchs Netz. Insgesamt ein hübscher finanzieller Verlust für Bayern.

Alternative wäre aus Bayern-Sicht gewesen: ein Leihgeschäft mit dem KSC - und anschließender Kaufoption. Rund eine Million Euro wären als fix festgeschriebene Ablösesumme zum damaligen Zeitpunkt wohl realistisch gewesen. Mehr als 200.000 (!) Euro aber hätte der Verein für Celozzi in jedem Fall einlösen MÜSSEN!

Übrigens: Celozzi, womöglich bald Stammspieler beim VfB Stuttgart, ist ein rechter Außenverteidiger. Ausgerechnet für diese Position sucht Uli Hoeneß noch nach Verstärkungen. Aber Hilfe naht, denn Leihspieler Andreas Görlitz kommt ja aus Karlsruhe zurück. Gespielt hat der beim KSC zuletzt kaum noch. Celozzi war besser…