Herrje, jetzt ist die alte Tante tatsächlich Tabellenführerin. Wie konnte das passieren? Meisterschale hin oder her, für Bayern ist jetzt die Champions-League-Quali wieder ernsthaft in Gefahr! Angst.

Gedanken zum Wochenanfang:

1) Mesut Özil dürfte also theoretisch doch noch für die Türkei spielen. Der kicker hat’s aufgedeckt. Man kann sich Jogi Löw nur anschließen, dem für dieses FIFA-Regularium jegliches Verständnis fehlt. Die Statuten gehören schleunigst überarbeitet. Auch die gängige Praxis, dass viele U21-Nationalspieler ihr Nationaltrikot beim Übergang in den Herrenbereich noch wechseln, ist ein ziemliches Unding.

Erstens wird die Ausbildungsarbeit der nationalen Verbände dadurch ausgehöhlt. Junge Spieler mit Migrationshintergrund “blockieren” möglicherweise Plätze in den Jugend-Nationalmannschaften, sammeln dort Spielpraxis, um ihre Erfahrung hinterher für die A-Nationalmannschaft eines anderen Landes in die Waagschale zu werfen. Das ist ungerecht. Beispiele gibt es ja bereit: Spontan fällt mir Marvin Matip ein, der viele Jahre für Deutschlands Jugendteams gekickt hat, jetzt aber doch für Kamerun antreten möchte (dies allerdings noch nicht getan hat).

Zweitens schadet dies auch den Bemühungen europäischer Gesellschaften, Einwanderergruppen zu integrieren. Für Deutschland gilt dies in besonderer Hinsicht für die türkischstämmige Bevölkerung. Die ist im A-Team weiterhin unterrepräsentiert. Trotz Tasci und Özil. Andere westeuropäische Länder betrifft diese Problematik in ähnlicher Weise.

2) Zurück zum FCB: Lukas Podolski war in Berlin gar nicht erst im Kader, Landon Donovan hingegen wurde erneut eingewechselt. Mit mäßigem Erfolg. Kläglich, wie er die Großchance alleine vorm Hertha-Kasten vergab.

Beim Ami hieß es damals, seine Verpflichtung wäre ohne jedes Risiko. Nach dem Motto: Bis Mitte März kostenlos ausleihen, gucken, entspannen - und dann weiterverpflichten oder auch nicht. Eine Rechnung, die so nicht ganz aufgeht. Erstens wäre eine Weiterverpflichtung Donovans extrem teuer, zu teuer - im Gespräch ist eine Ablösesumme von rund 10 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für einen geringfügig höheren Betrag ist Andrej Arschawin zu Arsenal London gewechselt…

Und zweitens impliziert diese Kurzzeit-Ausleihe ja, dass Klinsi den Amerikaner bis zum März regelmäßig bringen und ihn Lukas Podolski vorziehen muss. Auf Kosten des Mannschaftserfolges möglicherweise. Anders könnte Coach K die Leistungen Donovans nicht abschließend beurteilen. Und da Klinsmann ohnehin einen Narren an Donovan gefressen hat, wird er ihn auch weiterhin bringen. Zugegeben, habe diesen Gedanken nicht selbst gesponnen, sondern ihn im DSF-Doppelpass aufgeschnappt und für überaus schlüssig befunden.

Soll also niemand behaupten, eine Kostenlos-Ausleihe eines jungen Spielers wie Donovan wäre “risikolos”…