Uli Hoeneß zu Gast im DSF-Doppelpass - etwas Besseres kann einem am Sonntagmorgen kaum passieren. Unmöglich, an dieser Stelle alle Verbalattacken der Manager-Legende wiederzugeben. Pfeile gegen Ralf Rangnick, gegen Rudi Assauer und die Sport-Bild, gegen den 1. FC Köln…

Weg vom Konsens-TV, hin zur Streitkultur - das Problem ist nur, dass sich kaum jemand traut, mit Uli Hoeneß zünftig zu streiten. Einzig Doppelpass-Gast Manni Breuckmann funkte ein paar mal dazwischen, wurde von Uli aber jedes Mal prompt abgewatscht. Natürlich nicht immer mit rational nachvollziehbaren Argumenten, aber was macht das schon? Ein Uli Hoeneß kann sich das erlauben, zu groß sind seine Erfolge als Manager des Weltvereins Bayern München.

Festzuhalten bleibt nach dem Hoeneß-Auftritt:

1) Lukas Podolski ist spätestens im Sommer weg. Hoeneß bestätigte, dass man ihn gehen lassen würde, aber eben noch nicht im Winter, da man in der Rückrunde nicht mit zwei Stürmern in der Champions League angreifen könne. Sehr richtig. In der Zwischenzeit habe der 1. FC Köln ein Angebot abgegeben, was aber “unsäglich” gewesen sei. Zur Zukunft von Bastian Schweinsteiger sagte Hoeneß im Übrigen nichts.

2) Mark van Bommel erhält ein neues Angebot, strittig seien momentan aber noch Vertragsdauer und Gehalt des Niederländers. Das Interesse an Anatolij Timoschtchuk von Zenit St. Petersburg sei aber weiterhin vorhanden. Macht eigentlich nur Sinn, wenn Zé Roberto den Verein nach der aktuellen Saison wirklich verlässt. Aber alle drei? Nein, das würde höchstens zu Schalke 04 passen…

3) Michael Rensing hat nur dieses Jahr Zeit, sich als Kahn-Nachfolger zu beweisen. Hoeneß hat durchaus anklingen lassen, dass Rensing keinen ultimativen Freifahrtschein besitzt. “Er müsse sich beständig verbessern”, meinte Hoeneß. Heißt übersetzt: Spielt Rensing eine schlechte Rückrunde, wird sich der FC Bayern nach einem neuen Torhüter umsehen.  Leverkusens René Adler bleibt also im Bayern-Topf, todsicher…

4) Franck Ribéry ist Münchens Fußball-Gott. Der gesamte Bayern-Vorstand hat jüngst in einem Nobel-Restaurant gemeinsam mit Ribery diniert, um ihm “Merci” zu sagen. Schöne Geste. Noch hat Ribéry einen Vertrag bis 2011, hoffentlich wird er seinen Vertrag in nicht allzu langer Zeit verlängern. Pflicht zunächst: Bayern muss jeglichen Abwerbungsversuchen aus Premier League und Primera Division gegenüber standhaft bleiben! Ein Ribéry ist durch Geld nicht zu ersetzen, auch durch 100 Millionen Euro nicht.

5) Uli Hoeneß wird die Geschicke des FC Bayern in Zukunft “aktiv mitgestalten”. Also auch, wenn er wirklich wie geplant das Amt des Managers Ende 2009 niederlegt und dann Präsident und Aufsichtsratschef wird. Sehr beruhigend. Bayern München ohne Uli Hoeneß? Unvorstellbar…