Einige Gedanken zur Bayern-Woche: Das 4:1 gegen Cottbus lässt sich zunächst schon mal gut an. Aber: Ein wesentlich höherer Sieg wurde gegen den gefühlten Zweitligisten aus der Lausitz verschenkt, was sich negativ in der Tordifferenz niederschlägt (schlechter als Hoffenheim und Leverkusen). Jetzt stehen zwei ganz wichtige Partien an. Morgen gegen Steaua Bukarest, am Samstag bei Bayer Leverkusen. Die sprichwörtliche ‘Woche der Wahrheit’ soll an dieser Stelle aber nicht strapaziert werden…

Immens wichtig wäre natürlich ein morgiger Sieg gegen die Rumänen. Hier zählt nicht nur das Weiterkommen, auch der Gruppensieg wäre bedeutsam. Weniger sportlich, aber sehr wohl psychologisch. Bayern hat in seiner Gruppe den wohlklingendsten Namen, die größte Tradition, die beste Mannschaft - und muss dementsprechend vor Lyon, Florenz und Bukarest landen. Was natürlich nicht heißt, dass die drei Kontrahenten internationale Leichtgewichte wären…

Auf der Bayern-Homepage werden derweil Restkarten für das Steaua-Match feilgeboten, nämlich genau 3500 Stück. Gestern waren es noch 4000. Wäre doch schade, wenn ein Champions-League-Heimspiel nicht ausverkauft wäre. Im Olympiastadion war man zu ähnlichen Anlässen leere Ränge gewohnt, in der Allianz Arena hingegen nicht.

Zu den Personalien: Podolski will jetzt endgültig im Winter weg, Schweinsteiger hat angeblich Angebote von Real Madrid und Juventus Turin. Poldi ist langfristig (leider Gottes) nicht mehr zu halten, bei Schweini aber gibt es so manches Für und Wider.

Gegen ihn spricht: Schweini ist zwar auf dem Weg zu einem Leistungsträger, nach jetzigem Stand ist er es aber noch nicht, er spielt weiterhin nicht konstant genug. Außerdem ist bei Bayern die Schweini-Position im rechten Mittelfeld überbesetzt: mit Borowski, Sosa und Altintop. Ein Weggang wäre also sportlich durchaus zu verkraften. Und: Schweinsteiger würde wesentlich mehr Geld kosten als zuvor. In den Zeitungen wird von einem Gehalt in Höhe von 6 Mio. Euro spekuliert. In Zeiten explodierender Personalkosten kein ganz unwichtiger Faktor.

Für ihn spricht: Er ist ein Klasse-Fußballer, noch jung und entwicklungsfähig, als gebürtiger Bayer eine der wenigen Identifikationsfiguren. Zudem würde der Verein keine Ablösesumme kassieren, da sein Vertrag nach der laufenden Saison ausläuft. Und: Verlöre der FCB das Tauziehen mit Real oder Juve, wäre das auch ein Schlag ins Prestige-Kontor. Denn mit Real und Juve wähnt sich Bayern München letztlich auf Augenhöhe, sportlich wie finanziell.

Fazit: Schweinsteiger sollte gehalten werden - ein Weggang wäre dennoch keine Katastrophe.