Für Bayerns Ergänzungsspieler wäre es die perfekte Möglichkeit gewesen, sich vor den Augen Jürgen Klinsmanns in den Vordergrund zu spielen, sich für einen Stammplatz zu bewerben. Was war? Rien, null, nada - beim Zweitliga-Aufsteiger und Abstiegskandidat FC Ingolstadt unterlag Bayern München gestern in einem Freundschaftsspiel mit 0:1.

Schön für Ingolstadts Trainer Thorsten Fink, einen ehemaligen Münchner Meister, schlecht für Klinsmann. Erneut schlecht, die Stimmung an der Säbener Straße dreht sich weiter und weiter - in Klinsmanns Gegenrichtung.

OK, elf National- und drei verletzte Spieler haben den Bayern gefehlt, auch Toni Kroos, der zur U21 gereist ist. Schlecht besetzt war die Mannschaft dennoch nicht: Butt - Oddo, Breno, Ottl, Benede - Sosa, Borowski, Zé Roberto, Ekici - Müller (78. Nagorny), Enrico (34. Stier). Mit Benede, Ekici,Müller und Enrico standen also lediglich vier Spieler in der Startformation, die nicht dem Profikader angehören.

Vor allem Sosa enttäuschte wieder einmal auf der ganzen Linie. Der Argentinier ist noch keine Alternative im rechten Mittelfeld, ist zu lethargisch, zu zweikampfschwach. Dennoch sollte man ihm noch Zeit geben, die Eingewöhnungszeit von Argentiniern dauert erfahrungsgemäß meist etwas länger. Das war bei Martin Demichelis nicht anders.

Was sich aber erneut als Schwachpunkt offenbarte: der Sturm. Kein einziges Tor in Ingolstadt, kaum gute Chancen, ohnehin nur drei Stürmer im Kader. Der viel gepriesene Thomas Müller, als Nummer vier vorgesehen, sollte zunächst in der dritten Liga zu Ruhm und Ehren kommen, bevor er die Ersatzbank der ersten Mannschaft “bereichern” darf. In neun Saisonspielen traf er dort bislang erst zwei Mal - kein Ruhmesblatt.

Besser sieht die Bilanz von Deniz Yilmaz aus. Acht Spiele für Bayern II, vier Tore. Vielleicht sollte er, vorerst zumindest, Müller als “etatmäßige Nummer vier” ablösen.