Bayern München ist der einzige Bundesliga-Klub, der Autogrammkarten seiner Spieler kostenlos verschickt. So berichtet es heute auch die Sport-Bild, allerdings unter der etwas negativen Headline: “FC Bayern schockt seine Fans.”

Denn: Es werden ab sofort keine original unterschriebenen Karten mehr an die Bittsteller verschickt, sondern Faksimile, also solche mit gedruckter Unterschrift. Als Grund gab der Verein die enorme Anfrage an, die anderweitig gar nicht mehr zu bewältigen gewesen wäre. Verständlich.

Fassen wir doch einfach mal zusammen: Der FC Bayern muss, sehr wahrscheinlich zumindest, die meisten Autogrammwünsche aller Bundesliga-Vereine befriedigen. Der FC Bayern verschickt die Autogrammkarten als einziger Bundesliga-Klub kostenlos. Und der FC Bayern antwortet im Vergleich zu den anderen Klubs sehr zügig auf Anfragen. In dieser Hinsicht sei Bayern “richtig schnell”, bestätigt auch Sport-Bild.  Macht summa summarum eine glatte 1 für den Service - trotz Faksimile.

Und rechnen wir jetzt doch einfach mal hoch: 300.000 Menschen hätten laut Sport-Bild in der Saison 2005/06 schriftlich nach Autogrammen verlangt. Hätte der FCB dafür einen marktüblichen Preis verlangt, also rund zehn Euro pro Satz, hätte er satte drei Millionen Euro zusätzlich einnehmen können. Herstellungs- und Personalkosten etc. müssten davon selbstredend noch abgezogen werden, übrig bliebe aber noch immer eine erkleckliche Summe.

Mit diesem Posten könnte der FC Bayern also richtig viel Geld verdienen. Er tut es aber nicht. In erster Linie, weil Uli Hoeneß Fanarbeit groß schreibt. Wie er es schon immer getan hat. Dafür ein ausdrückliches Lob Richtung München - trotz Faksimile…